CaloNew - Thomas Weber - Photographie

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Herstellung des Negativs:
Das Negativ sollte ein kunststoffbeschichtetes Fotopapier sein. Dieses PE-Papier ist dem Baryt wegen seiner besseren Planlage vorzuziehen. Es sollten festgradierte Papiere verwendet werden.

In Lichtempfindlichkeit und Gradation unterscheiden sich Papiernegative erheblich von heute üblichem Filmmaterial.
Zur Einmessung verwende ich das Zonenmeßverfahren des amerikanischen Fotografen Ansel Adams, das in den 1940er Jahren entwickelt wurde und noch heute an amerikanischen Hochschulen gelehrt wird. Für die Lichtempfindlichkeit ergab sich 9 DIN/6 ASA. Belichtungszeiten von ¼ oder ½ Sekunde sind normal.
Die Gradation mit einem Papier Typ "weich", entwickelt in Centrabrom oder einem anderen weich arbeitenden Entwickler, also faktisch ein Papier mit der Gradation 0, ergibt eine "Filmgradation" von N+3 (Zonensystem). Ein Normalgradierter Film hat einen Belichtungsumfang von 11 Blendenstufen, mit diesen Papiernegativen sind maximal 8 Blendenstufen zu erreichen. Insbesondere in hellem Sonnenlicht mit hohen Kontrasten wird die korrekte Belichtung zum Drahtseilakt. Hohe Präzision und künstlerische Entscheidung, welche Motivteile überhaupt dargestellt werden sollen, sind notwendig. Weiterhin sollte beachtet werden, daß festgradierte Papiere nur für blaues Licht empfindlich sind. Die Wiedergabe der Grautöne ist also nie natürlich. Weiterhin verliert das Materlial im rotfarbigen Abendlicht drastisch an Empfindlichkeit, mit 2 bis 3 Blendenstufen ist zu rechnen.

Negative einscannen:
Natürlich kann man auch die Negative einscannen, die Grauwerte mit Software umkehren und dann ein Bild ausdrucken. Zwei Dinge sollte man aber dabei beachten: Aufsichtscanner werden die interessanten und nie ganz vorhersehbaren Effekte der Papierstruktur (Pseudo-Wolkenhimmel) nicht berücksichtigen und die besondere künstlerische Wirkung der Barytabzüge werden im Druck kaum simuliert werden können.

Kalotypie versus Kallitype:
Das Verfahren der Kalotypie ist nicht mit dem Kallitype-Verfahren zu verwechseln, das 1889 patentiert wurde. In Deutschland wurden diese Auskopierpapiere zur Herstellung von Kontaktkopien bis in die zwanziger Jahre des vorigen Jahrhunderts häufig verwendet. Dieses Verfahren erlebt ein Wiederaufleben durch die Integration moderner EDV-Technik zur Herstellung der Großnegative. Die Basis ist ein eingescanntes Kleinbildnegativ oder eine Datei bei Einsatz von Digitalfotografie. Diese Datei wird vergrößert ausgedruckt um ein Großformatnegativ für die Kontaktkopie zu erhalten. In der bildnerischen Wirkung ist die Kallitype mit einer modernen Kalotypie bzw. Talbotypie nicht vergleichbar, die strikt dem Konzept von 1839 folgt.

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