CaloNew - Thomas Weber - Photographie

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Kamera Wegen des sehr geringen Belichtungsspielraums der Papiernegative ist eine hochpräzise Belichtungsmessung Voraussetzung, ein Spotbelichtungsmesser ist zu empfehlen. Für die Bewertung der Meßergebnisse kann das Zonensystem des Ansel Adams eine wertvolle Hilfe sein.

Wenn man die Kontaktkopie bevorzugt, kommt man um eine Großformatkamera nicht herum. 4x5 Inch/Zoll bzw. 13x18 cm oder mehr können durchaus geboten sein. Dennoch: auch kleine Bilder haben ihren Reiz, man muß sie entsprechend komponieren. Die Arbeitsweise mit solch großkalibrigem Werkzeug unterscheidet sich grundlegend von dem schell-schnell digitaler Fotografie. Architektur und alles "was nicht wegläuft" bietet sich an, doch auch Portraits sind sehr wohl möglich. Man schaue sich die Werke alter Meister an, um die Kapazität dieser Arbeitsweise zu verstehen. Menschen zu portraitieren bedeutet, sie müssen still halten, sich für ¼ bis ½ Sekunde nicht bewegen. Der Fotograf muß dirigieren. Heraus kommen Fotos in denen die Personen möglicherweise einen etw. steifen Ausdruck haben, wie in den Aufnahmen vor über 100 Jahren, bloß die Bekleidung scheint zu der damaligen Zeit nicht zu passen

Fazit
Insgesamt gesehen ist das Verfahren recht einfach, es ist eben die Technik des 19. Jahrh., allerdings aus heutiger Sicht sehr zeitaufwendig und zudem sollte man sein Material sehr genau kennen. Auch in der modernen Kalotypie gibt es keine Automatik, die einem auch nur irgendetwas abnimmt. So ergibt sich die anscheinend widersprüchliche Situation, daß durch die prinzipiell sehr einfachen Prozesse die moderne Kalotypie zum Erlernen der Fotografie hervorragend geeignet ist - pädagogisch wertvoll - auf der anderen Seite die Beherrschung der Technik oberstes Gebot ist.

Ist diese Technik teuer? Nein!! Wenn man Kontaktkopien macht, braucht man nicht das modernste Werkzeug. Und gebrauchte Objektive sind genügend auf dem Markt. Hat man seine Ausrüstung erst zusammen, ist der laufende Betrieb billig. Ein Papiernegativ kostet nur wenige Cent.

© Thomas Weber 2010 - 2017